Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Jahresabschluss 2015 wurde gem. den Gliederungsvorschriften der Anlage 2 zum § 43 BWG (Änderung der Gliederung durch BGBl I 2013/184) erstellt. Im Anhang wurden das aktuelle Zahlenmaterial aus dem Rechnungsabschluss und die Vorjahreswerte ab-gerundet in Tausend EURO (TEUR) ausgewiesen. In der Summenbildung sind daher Rundungsdifferenzen nicht auszuschließen. Gem. Art. 431 ff. der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR – Capital Requirements Regulation) haben Kre-ditinstitute zumindest einmal jährlich die in TEIL 8, TITEL II, CRR genannten Informationen vorbehaltlich der Bestimmungen des Artikels 432 CRR offenzulegen. Diese Informationen finden Sie hier

Allgemeine Grundsätze

Der Jahresabschluss wurde nach den gesetzlichen Bestimmungen des UGB/BWG in der jeweils zum Bilanzstichtag geltenden und anzuwendenden Fassung unter Bedachtnahme der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.

Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten.

Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.

Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag realisierten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.

  1. Währungsumrechnung
    Die Fremdwährungsbeträge wurden grundsätzlich zu den von der Europäischen Zentralbank (EZB) bekannt gegebenen Referenzkursen umgerechnet. Für jene Fremdwährungspositionen, für die keine EZB-Referenzkurse veröffentlicht wurden, wurden die Devisenmittelkurse von Referenzbanken herangezogen.

    Erträge und Aufwendungen mit Zinsencharakter, die sich aus gedeckten Termingeschäften ergeben, wurden grundsätzlich nach der Abgrenzungsmethode bewertet.

  2. Wertpapiere
    Im Finanzanlagevermögen wird vom Wahlrecht des strengen Niederstwertprinzips (§ 204 Abs. 2 UGB, letzter Satz) Gebrauch gemacht. Eine Ausnahme stellen die mit Zinsderivaten abgesicherten Wertpapiere (Be-wertungseinheiten) dar, welche zum gemilderten Niederstwertprinzip bewertet werden. Über pari ange-schaffte Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere des Anlagevermögens wurden gem. § 56 Abs. 2 BWG zeitanteilig auf den Rückzahlungsbetrag abgeschrieben. Bei Wertpapieren, die unter pari angeschafft wurden, erfolgt keine zeitanteilige Zuschreibung. Vom Wertbeibehaltungswahlrecht gem. § 208 Abs. 2 UGB wurde Gebrauch gemacht.

    Wertpapiere, die dem Deckungsstock für Mündelgelder dienen, sind Anlagevermögen und wurden gem. § 2 Abs. 3 der Mündelsicherheitsverordnung zum strengen Niederstwertprinzip bewertet. Die Wertpapiere des Umlaufvermögens (Bankbuch) wurden unter Berücksichtigung der Emissionsländer, der Emittenten und der Währungen innerhalb der Wertpapierkategorien gem. § 207 UGB in Verbindung mit § 56 Abs. 4 BWG zum strengen Niederstwertprinzip bewertet.

    Im Sinne des § 64 Abs. 1 Z 15 BWG wird festgestellt, dass bei der Raiffeisenlandesbank Vorarlberg kein Wertpapier-Handelsbuch geführt wird.
     
  3. Sonderbewertung gem. § 57 Abs. 1 und 3 BWG
    Für Forderungen an Kunden und für Wertpapiere, die nicht wie Anlagevermögen bewertet sind, wurde vom Bewertungswahlrecht des § 57 Abs. 1 BWG Gebrauch gemacht. Im Berichtsjahr wurde der Betrag von TEUR 9.000 (Vorjahr: TEUR 2.000) der Bewertungsreserve hinzugeführt.
     
  4. Risikovorsorge
    Für erkennbare Risiken bei Kreditnehmern wurden Einzelwertberichtigungen bzw. Rückstellungen gebildet. Für einzelne Gruppen von Risikopositionen wurden gruppenweise Einzelwertberichtigungen angesetzt.
     
  5. Beteiligungen
    Die Beteiligungen wurden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip unter Beachtung des § 208 UGB be-wertet.

    Die Beteiligungen wurden zu Anschaffungskosten bewertet, sofern nicht anhaltende Verluste, verringertes Eigenkapital und/oder ein verminderter Ertragswert eine Abwertung erforderlich machten.

    Die Ermittlung des beizulegenden Wertes erfolgt gemäß AFRAC Stellungnahme „Die Folgebewertung von Beteiligungen im Jahresabschluss nach dem UGB“ vom November 2014. Besteht keine Veräußerungsabsicht wird der subjektive Unternehmenswert unter Annahme der Unternehmensfortführung herangezogen. Fallen die Gründe für eine Abschreibung weg, erfolgt eine Zuschreibung bis maximal zu den Anschaffungskosten.

  6. Sachanlagen und immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens
    Die Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sowie der Sachanlagen erfolgte zu den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich der planmäßigen linearen Abschreibungen.

    Die geringwertigen Wirtschaftsgüter wurden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen werden nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.

    Folgende Nutzungsdauer wurde der Abschreibung zugrunde gelegt:

    Bezeichnung von bis

    Immaterielle Vermögensgegenstände

    3

    5 Jahre

    Grundstückseinrichtungen

    10

    10 Jahre

    Gebäude

    33

    50 Jahre

    Technische Anlagen und Maschinen

    3

    10 Jahre

    Betriebs- und Geschäftsausstattung

    5

    10 Jahre

    Fahrzeuge

    5

    8 Jahre

     

  7. Kosten eigener Emissionen
    Bei den Emissionen wurden die Emissionskosten und Zuzählungsprovisionen erfolgswirksam erfasst und Agio bzw. Disagio auf die Laufzeit verteilt.

    Es wurden insgesamt TEUR 518 (Vorjahr: TEUR 1.052) an Disagio bzw. TEUR 1.572 (Vorjahr: TEUR 1.913) an Agio abgegrenzt.

  8. Rückstellungen
    Die Rückstellungen für Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgelder wurden vorzeitig unter Berücksichtigung der AFRAC-Stellungnahme „Rückstellungen für Pensions-, Abfertigungs-, Jubiläumsgeld- und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches“ vom Juni 2015 durch die VALIDA Consulting GesmbH nach versicherungsmathematischen Grundsätzen erstellt. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die "AVÖ 2008-P-Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung - Pagler & Pagler" in der Ausprägung für Angestellte herangezogen. Als Ansammlungsverfahren wurde das Teilwertverfahren gewählt. Der Rechnungszinssatz wird auf Grund eines 7-Jahres-Durchschnittszinssatz ermittelt. Auf eine Verteilung des Unterschiedsbetrages aus der erstmaligen Anwendung dieser Stellungnahme wurde verzichtet.

    Die durchschnittliche Restlaufzeit der Verpflichtungen für Rückstellungen für Pensionen beträgt 8 Jahre. Der daraus abgeleitete Rechnungszinssatz wurde mit 3,36 % ermittelt und die jährliche Steigerung der laufenden Leistungen mit 1,2 % angesetzt. Es wurde das gesetzlich frühestmögliche Pensionsantrittsalter zugrunde gelegt. Noch verfallbare Pensionsansprüche sind keine enthalten. Die Umstellung auf den neuen Verrechnungszinssatz beträgt TEUR 104.

    Für leistungsorientierte in die Pensionskasse ausgelagerte Pensionszusagen besteht kein Rückstellungsbedarf.

    Die durchschnittliche Restlaufzeit der Verpflichtungen für Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgelder beträgt 10 Jahre. Der daraus abgeleitete Rechnungszinssatz wurde mit 3,60 % ermittelt und die jährliche Steigerung der laufenden Leistungen mit 1,85 % angesetzt. Das Pensionseintrittsalter beträgt bei Frauen 60 und bei Männern 65. Beachtet wurden auch die Übergangsbestimmungen laut Budgetbegleitgesetz 2013 und die „BVG Altersgrenzen“ für Frauen. Für die Berechnung der Fluktuationswahrscheinlichkeit wurden die statistischen Werte der letzten 5 Jahre herangezogen. Im Zuge der Umsetzung auf die AFRAC-Stellungnahme wurde der Anlass des Abfertigungsanspruches von Arbeitgeberkündigung auf Pensionsantritt geändert und folglich von 14 auf 12 Monatsgehälter angepasst. Die Anpassung bewirkt eine Reduzierung des Rückstellungsbedarfes von TEUR 554. Die Umstellung der Berechnungsmethodik von finanz- auf versicherungsmathematisch hat bei Abfertigungen eine Erhöhung von TEUR 505 und bei Jubiläumsgeldern eine Verringerung von TEUR -141 zur Folge.

    In den übrigen Rückstellungen sind unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken, sowie der Höhe und dem Grunde nach ungewissen Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach vernünftiger unternehmerischer Beurteilung erforderlich sind.

  9. Finanzinstrumente gem. § 237a Abs 1 Z 1 UGB i.V. mit § 64 Abs. 1 Z 3 BWG
    In der Raiffeisenlandesbank werden Derivate zur Absicherung (Hedging) von Zins- und Wechselkursrisiken von Grundgeschäften der Aktiv- und Passivseite eingesetzt. Die Grundgeschäftsarten sind Eigenemissionen, Anleihen, Schuldscheindarlehen und Kundenderivate.

    Die Raiffeisenlandesbank berücksichtigt die Stellungnahme des AFRAC „Die unternehmensrechtliche Bilanzierung von Derivaten und Sicherungsinstrumenten“.

    Zur Steuerung von Zinsrisiken kommen neben Zinsswaps auch Zinsoptionen (Caps, Floors) und andere derivative Finanzinstrumente zur Anwendung. Allfällige, in den Eigenemissionen eingebettete Derivate (z.B. Optionalitäten) werden mittels gegenläufiger Geschäfte abgesichert. Zur Absicherung von Währungsrisiken werden vor allem Cross Currency Swaps und Devisenswaps eingesetzt. Die Cross Currency Swaps werden ausschließlich zur Liquiditätssteuerung verwendet und nicht als Zinssteuerungsinstrument. Unterstrich werden alle Devisenderivate einzeln bewertet und der sich in Summe je Währung ergebende Kursgewinn- bzw. Kursverlust in der Bilanz unter den Posten 12. „Sonstige Vermögensgegenstände“ oder 4. „Sonstige Verbindlichkeiten“ dargestellt.

    Soweit Interest Rate Swaps, Optionen und andere derivative Geschäfte des Bankbuches nicht als Sicherungsgeschäft eine Bewertungseinheit mit anderen Geschäften bilden, werden diese einer Einzelbewertung unterzogen. Bei der Einzelbewertung wird für Derivate mit negativem Marktwert in dessen Höhe ein Passivposten gebildet. Etwaige positive Marktwerte werden nicht aktiviert.

    Im Sinne des § 237a Abs. 3 UGB wurde als Zeitwert jener Betrag beigelegt, zu dem Finanzinstrumente am Bilanzstichtag zu fairen Bedingungen verkauft oder gekauft werden können. Sofern Börsenkurse vorhanden waren, wurden diese zur Bewertung herangezogen. Für Finanzinstrumente ohne Börsenkurs wurden interne Bewertungsmodelle mit aktuellen Marktparametern, insbesondere die Barwertmethode, herangezogen.

    Die Ermittlung der Marktwerte von derivaten Finanzinstrumenten erfolgt mit Hilfe des zugekauften Programmes Numerix, dabei wird das Discounted Cash Flow Model angewendet. Numerix berechnet anhand der gegebenen Inputparameter des Geschäftes und anhand der vorliegenden Marktdaten, wie Zinskurve und Wechselkurse, sowohl den Clean Price als auch den Dirty Price. Die zukünftigen Cashflows werden aus der Zero-Kurve berechnet. Bei der Diskontierung wird die Overnight-Index-Swap-Kurve angesetzt. Als Datenquelle dient Blomberg. Optionen wie CAPS werden anhand des Bachelier Modell bewertet.

    Der Credit Value Adjustment (CVA) wird als integraler Bestandteil bei der Ermittlung des Marktwertes (Full Fair Value) angesehen. Aus Gründen der Vorsicht wird auf den Ansatz des eigenen Ausfallsrisikos (DVA, Debit Value Adjustment) verzichtet.

    Für die Berechnung des CVA werden die zukünftigen Marktwerte eines jeden Derivats berücksichtigt. Die Inputfaktoren sind neben den zukünftigen Marktwerten auch die CDS-Kurven der Gegenparteien, welche aus Bloomberg entnommen werden. Bei Firmenkunden ohne vorliegende CDS-Kurve werden Referenzsätze, ihrer Bonität entsprechend, aus Bloomberg herangezogen.

    Unter Berücksichtigung von CSA-Verträgen, Rückstellungen und Garantien wird das gegenwärtige und zukünftige Exposure ermittelt. Die Berechnung des CVA erfolgt für jedes Geschäft einzeln, das heißt, es gibt jeweils ein Exposure-Profile und die CVA-Werte für jedes Timebucket. Für das Exposure werden nur die für die RLBV positiven Exposures weiter verarbeitet. Aus Gründen der Vorsicht wird auf den Ansatz des eigenen Ausfallrisikos (DVA) verzichtet. Mit wesentlichen Geschäftspartnern bestehen Besicherungsverträge (CSA). mit denen die Marktwerte täglich abgestimmt werden.

    Entsprechend dem Rundschreiben der Finanzmarktaufsicht zu Rechnungslegungsfragen bei Zinssteuerungsderivaten zu Bewertungsanpassungen bei Derivaten gem. § 57 BWG vom Dezember 2012 werden Bewertungsergebnisse aus Zinssteuerungsderivaten unter dem Posten 10. „Sonstige betriebliche Erträge“ bzw. 7. „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.

    Bei Zinsoptionen erfolgt eine Verteilung der Optionsprämie auf die Laufzeit des Optionsgeschäfts.

  10. Kein Konzernabschluss, da keine KI-Gruppe vorliegt
    Es erfolgt keine Aufstellung eines Konzernabschlusses, da keine nachgeordneten Institute im Sinne des § 30 BWG vorliegen und daher auch keine KI-Gruppe vorliegt.
  11. Zinsabgrenzung
    Die abzugrenzenden Zinsen werden im jeweiligen Bilanzposten der Hauptforderung/-verbindlichkeit ausgewiesen. Abgegrenzte Negativzinsen führten zur Kürzung bei folgenden Bilanzpositionen:
     
    Bezeichnung Bilanzjahr TEUR Vorjahr TEUR

    AKTIVA

     

     

    Sonstige Forderungen an Kreditinstitute

    70

    0

    Sonstige Vermögensgegenstände

    239

    0

    PASSIVA

     

     

    Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten

    141

    0

    Sonstige Verbindlichkeiten

    533

    0

    Der Ausweis von Negativzinsen auf Aktivgeschäfte erfolgt im Zinsertrag (TEUR 2.666), jener von Passivgeschäften im Zinsaufwand (TEUR 1.068) 

  12. Gewinn- und Verlustrechnung

    In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden zur Verbesserung des möglichst getreuen Bildes der Ertragslage die Zinserträge aus einzelwertberichtigten Forderungen mit den Zuweisungen zu Wertberichtigungen auf diese Forderungen saldiert.

    Im Geschäftsjahr 2015 wurden Beteiligungserträge in Höhe von TEUR 1.537 (Vorjahr: TEUR 14.710) vereinnahmt. Im Vorjahr entfielen TEUR 10.557 auf die Raiffeisen-Landesbanken-Holding GmbH, wovon der gesamte Betrag aus der Dividende der RZB stammte.